Der streunende Hund …

Während des Spiels von Brasilien gegen England bei der WM 1962 in Chile tauchte plötzlich ein streunender Hund auf dem Spielfeld auf. Und obwohl sich Ordner und Spieler wirklich bemühten, konnte zunächst niemand den Vierbeiner zu fassen kriegen.Erst dem englischen Nationalspieler Jimmy Greaves gelang es das Tier einzufangen und hochzuheben.
Die Zuschauer tobten vor Freude, der Hund erschrak und pinkelte Greaves von oben bis unten voll. „Es roch fürchterlich, das war grauenhaft“, erinnerte sich Greaves später. „Ich hätte die Partie eigentlich für England entscheiden müssen, denn kein brasilianischer Verteidiger kam auch nur in meine Nähe!“ Der Hund wurde übrigens nach Abpfi ff von einem der brasilianischen Spieler als Haustier adoptiert.

Die Erfindung der Roten Karte…

Das Match Argentinien gegen England bei der WM 1966 in London war nicht gerade ein schönes Spiel. Es wurde gefoult und getreten, was das Zeug hielt und in der 35. Spielminute war es soweit – nach etlichen Ermahnungen sollte der argentinische Mannschaftskapitän vom Platz verwiesen werden. Frechheit siegt muss sich der Argentinier gedacht haben, denn er tat ganz einfach so, als würde er kein Wort von dem verstehen, was der Schiedsrichter ihm mitteilen wollte. Es kam zu einer Spielunterbrechung und schließlich führte die Polizei den Fußballer in die Kabine.

Natürlich drehten beide Mannschaften nach diesem Zwischenfall erst so richtig auf und es hagelte nur so an Verwarnungen. Der Witz war, dass auch die anderen Spieler urplötzlich den Schiedsrichter nicht mehr zu verstehen schienen. Mehr denn je war klar: Eine eindeutige und internationale Sprache im Fußball musste gefunden werden. Nach Spielende, auf dem Rückweg ins Hotel durch den Londoner Straßenverkehr, hatten Schiedsrichter Kreitlein, ein gebürtiger Fürther und sein englischer Kollege eine Spitzenidee: So wie die ganze Welt das Farbsystem an Verkehrsampeln versteht, so könnten auch gelbe und rote Karten die Verwarnungen im Fußball regeln. Der Weltverband FIFA nahm den Vorschlag auf und führte die Karten bei der WM 1970 ein.

Der teuerste Spieler…

Die bisher höchste Ablösesumme für einen Fußballprofi bezahlte Real Madrid an Juventus Turin: Sagenhafte 73,5 Millionen Euro für Zinédine Zidane. Damit ging dieser Deal in die Fußballgeschichte ein. Eine ganz andere Art von Ablöse wollte der rumänische Viertligist Regal Horis angeblich für den Spieler Marius Cioara an dessen Verein UT Arad zahlen: 15 Kilogramm Fleisch. Leider beendete Cioara kurz darauf seine Karriere. Sehr zum Leidwesen seines künftigen Vereins, dem gleich zwei wichtige Dinge verloren gingen: eine guter Spieler und das Essen für eine ganze Woche.

Der älteste Newcomer…

Viele Nationalspieler sind gerade einmal 19, wenn sie zum ersten Mal für Deutschland auf dem Rasen stehen. Und tatsächlich gibt es auch jede Menge Fußballer, die bei ihrem ersten Länderspiel noch nicht einmal volljährig waren: zum Beispiel Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß oder Gerd Müller. Fast doppelt so alt war der Düsseldorfer Matthias Mauritz, als er seine Premiere im Nationaltrikot hatte.
Bei seinem ersten und einzigen Länderspiel im Jahr 1959 gegen Polen war er immerhin schon fast 35 Jahre. Damit ging er in als ältester Newcomer in die deutsche Fußballgeschichte ein.

Der „Edelreservist“

Er gehörte zum 18er Kader, der 1981 in Australien die Weltmeisterschaft der U20 holte.Und nicht nur das: Nach dem WM-Titel gewann er in der Saison 1981/82 mit dem HSV auch noch die Deutsche Meisterschaft. Eine super Leistung, aber nichts Ungewöhnliches – oder etwa doch? Die Rede ist von Bernhard Scharold – er gilt in der deutschen Fußballgeschichte als der „Edelreservist“.
Denn in seiner einzigen Saison als Profi wurde er zwar Welt- und Deutscher Meister, nur stand der nie aktiv auf dem Rasen. In allen Spielen saß er auf der Reservebank und wartete auf seinen Einsatz.

Als das Tor umfiel…

Als „Tor“ wird im Fußballspiel zweierlei bezeichnet: Zum einen sind es natürlich die beiden gegnerischen Tor-Konstruktionen, um die sich das Match eigentlich dreht. Und zum anderen bezeichnet man auch das Erzielen eines Punktes als „Tor.“
„Das Tor fällt“ hieß es auch am 1. April 1998 – allerdings mit überraschender Bedeutung. Damals standen sich Borussia Dortmund und Real Madrid in der Champions League gegenüber. Dummerweise versuchten spanische Fans vor dem Anpfiff des Spiels auf den Schutzzaun hinter einem der Tore zu klettern. Dieser knickte daraufhin ein und riss das Tor mit um, das komplett zerstört am Boden liegen blieb. Bis ein neues Tor im Stadion aufgestellt werden konnte, dauerte es 76 Minuten.

Die Geschichte des Balls

Eine luftgefüllte Schweineblase umhüllt von einer rauen Lederhaut: So ungefähr sahen früher die  Fußbälle aus. Damit waren sie eigentlich nicht rund, sondern eher oval. Bei Regen sog sich das „Leder-Ei“ mit Wasser voll und wurde schwer wie ein Stein. Erst als man das Imprägnieren von Leder erfand, konnte die Oberfläche mehr oder weniger wasserabweisend gemacht werden. Noch bis zum Ende der 60er Jahre wurden Fußbälle in Handarbeit gefertigt und bestanden aus zwölf Einzelteilen. Aufgrund der Nähte waren sie aber immer noch nicht richtig rund und von den heutigen Hightech Bällen meilenweit entfernt.
Auch die Luftfüllung ließ zu wünschen übrig und es konnte durchaus passieren, dass der Ball mitten im Spiel plötzlich platt auf dem Rasen lag. Bei der Weltmeisterschaft 1986 wurde erstmals ein Fußball eingesetzt, der so richtig vollsynthetisch war und damit unempfindlich gegen Nässe und Luftverlust. Heutzutage ist das „runde Leder“ zwar rund, aber schon lange nicht mehr aus Leder.

So rollt der Ball in Grönland:

In Grönland herrscht Polarklima und das bedeutet: Es ist so kalt, dass zum Beispiel Rasen gar nicht wachsen kann. Und nur an vier Monaten des Jahres ist es warm genug, um im Freien Fußball zu spielen. Deshalb wird auch der Fußballmeister im Schnellverfahren ermittelt: mit fünf Spielen in sechs Tagen. Trotzdem gibt es in Grönland jede Menge Fußballfans und seit 1971 existiert sogar ein eigener Fußballverband der „Kalaallit Nunaanni Isikkamik Arsaattartut Kattuffiat“.
Leider wurde Grönland bisher immer noch nicht in der FIFA und UEFA anerkannt. Weil es auf der ganzen Insel keinen Naturrasenplatz gibt, der den FIFA-Normen entspricht.

Mit Verspätung zur Siegesfeier…

Im Jahr 1982 gewann der HSV die Deutsche Meisterschaft. Und ist doch klar, dass man als Team diesen Erfolg mit seinen Fans ausgiebig feiern will. Deshalb lieh man sich von einer Hamburger Brauerei der Mannschaft einen roten Doppeldeckerbus, so wie sie auf englischen Straßen zu sehen sind. Alles in allem war das eine gute Idee, denn auf dem großen Oberdeck konnten die Fans an der Strecke ihre Spieler mit der gewonnenen Meisterschale gut sehen und bejubeln. Die Stimmung war natürlich super. Doch dann geriet der Bus auf halber Strecke ins Stocken und konnte schließlich überhaupt nicht mehr weiterfahren. Ein kleiner Hügel war einfach zu steil für den Doppeldecker, der scheinbar nur für die flachen Straßen Londons gebaut war. Ordner, Polizeibeamte und viele Fans mussten beim Schieben helfen.Zur Siegesfeier auf dem Hamburger Rathausplatz kam die Elf dann mit großer Verspätung an.

Das schlechteste Spiel der deutschen Nationalmannschaft…

Seit 1908 gibt es in Deutschland eine Nationalmannschaft. Damals stand das deutsche Team in Basel zum ersten Mal geschlossen auf dem Rasen und verlor auch gleich ihr erstes Spiel gegen die damals besten Spieler der Schweiz. Auf die 3:5-Niederlage folgten noch drei weitere verlorene Matches, zwei davon gegen England mit 1:5 und schließlich mit einem 0:9. Letztes Ergebnis ging in die Geschichte des deutschen Fussballs ein: So hoch haben wir glücklicherweise nie mehr verloren.
Die ersten Erfolgserlebnisse stellten sich erst im Jahr 1909 ein. Drei Jahre später, ,während der Olympiade in Stockholm, erzielte das deutsche Team seinen bisher höchsten Sieg mit einem 16:0 gegen Russland. Zehn Treffer davon erzielte der Karlsruher Gottfried Fuchs – auch dies ist ein bis heute unerreichter Rekord.

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